Rückfallprophylaxe bei_Drogenabhängigkeit

--Ein strukturiertes Trainingsprogramm für die ambulante und stationäre Praxis--

 

Rückfälle gehören häufig zu den Ausstiegsverläufen aus der Drogenabhängigkeit. Drogenabhängige Menschen müssen deshalb im Prozess des Herauswachsens aus der Sucht mit Rückfällen rechnen und diese als Teil ihrer Erkrankung und als Entwicklungschance verstehen. Fachkräfte in der ambulanten, teilstationären und stationären Versorgung und Behandlung von drogenabhängigen Menschen werden daher ebenfalls in ihrer Praxis ständig mit Rückfällen konfrontiert.

Der Umgang mit Rückfällen erfordert sowohl von den drogenabhängigen Menschen als auch von den Fachkräften eine differenzierte Sichtweise, Beurteilung und Erarbeitung individueller Bewältigungsstrategien, da Rückfälle komplexe, krisenhafte und hochindividuelle Prozesse sind, die aber auch einige Regelhaftigkeiten aufweisen.

 

Das Rückfallprophylaxe-Training für Drogenabhängige (RPT) zielt darauf ab:

  • Drogenabhängige Menschen zu Experten ihrer eigenen Erkrankung zu machen.
  • Rückfallvorbeugend zu wirken (Rückfallprävention)
  • Drogenabhängigen Menschen zu helfen, einen "angemessenen" Umgang mit Rückfällen zu entwickeln (Rückfallmanagement)

 

Das RPT ist ein strukturiertes Training, welches 16 Module à 90 Minuten umfasst.

Es ist im klinischen Kontext zwischen den Jahren 2000 und 2009 entwickelt und erprobt worden. Im Jahr 2009 ist das umfassende Trainigsprogramm im Hogrefe-Verlag veröffentlicht worden.

Die 16 Module beinhalten die zentralen Aspekte zum Rückfallgeschehen bei drogenabhängigen Menschen.

Das Trainingsprogramm ist im Rahmen stationärer Entwöhnungsbehandlungen, stationärer Nachsorgen, teilstationärer Einrichtungen als auch ambulanter Betreuungskonzepte einsetzbar.

 

Zielgruppe der Fortbildung

 

Fachkräfte in der ambulanten und stationären Sucht- und Drogenhilfe, der Suchtmedizin und der Psychiatrie sowie in angrenzenden Arbeitsfeldern wie z.B. dem Justizvollzug, die an einer Durchführung des strukturierten Trainingsprogramms für Drogenabhängige in ihrer beruflichen Praxis interessiert sind und Handlungsorientierung im Umgang mit rückfälligen Menschen suchen

 

Ziele der Fortbildung

 

Zum einen sollen die TeilnehmerInnen durch die systematische Vermittlung der einzelnen Module des Trainingsprogramms auf den neuesten Stand der Rückfallforschung gebracht und in die Lage versetzt werden, die 16 Module des Trainingsprogramms selbständig in ihrem jeweiligen beruflichen Kontext mit Drogenabhängigen durchzuführen und zu integrieren.

Zum anderen verfolgt die Fortbildung das Ziel, den TeilnehmerInnen Raum zu geben, sich mit der komplexen Problematik der Rückfälligkeit bei Drogenabhängigen im Kontext der jeweiligen Hilfeangebote auseinander zu setzen, ein differenziertes Rückfallverständnis zu gewinnen und weitere Handlungssicherheit zu erwerben.